Das Internet der Dinge – Die Welt wird smart

15.11.2018

Tech-News

Was ist das Internet der Dinge?

Im Internet der Dinge (Englisch: Internet of Things) werden Geräte identifizierbar gemacht und können durch das Austauschen von Informationen miteinander kommunizieren. Es schließt die Lücke zwischen der realen und virtuellen Welt. Dazu werden Informationen aus der realen Welt erfasst, miteinander verknüpft und in einem technischen System verfügbar gemacht. Durch die Vernetzung können die Geräte gegenseitig ihren Status abfragen und diesen vergleichen. Hierbei sollen die Computer unabhängig vom Menschen Informationen beschaffen können.

Die „Dinge“ werden mit einem Chip, einem Sensor oder einer eigenen IP-Adresse ausgestattet. So erhalten sie eine eigene Identität und können mithilfe von LTE oder NFC angesteuert werden. Anders als Computer, werden die Geräte mit einer minimaleren Hardware ausgestattet, um sie so leistungsfähiger zu machen. Daher haben sie meist kein Display, keine oder nur wenige Elemente zur Bedienung, eine geringere Rechenleistung und einen kleineren Speicher.

Anwendungsgebiete der smarten Technologien

Im privaten Umfeld soll das Internet der Dinge das Leben erleichtern, mehr Komfort und Sicherheit bieten. In der Industrie sollen Arbeits- und Produktionsprozesse effizienter und digitaler gestaltet werden. Anwendung findet es beispielsweise in der Nachverfolgung von Paketen. Kunden können den Status ihres Paketes in Echtzeit einsehen und am Prozess beteiligte Systeme können ihre Arbeitsschritte mit ihren Systempartnern abstimmen. In der Logistik legt Amazon mit sogenannten „Kiva-Robotern“ vor. Die Roboter unterstützen die Mitarbeiter, indem sie die Lagerregale mit Paketen an die Verladestationen bringen. So müssen die Mitarbeiter nicht mehr selbst zu den Regalen laufen und sich die Produkte abholen. Die Roboter zeigen sogar mit einem Laser an, welche Pakete verladen werden müssen, die die Mitarbeiter dann nur noch einscannen müssen. Über ein drahtloses Netzwerk kommunizieren die Kiva-Roboter miteinander und bewegen sich mithilfe von Barcodes durch die Lagerhalle. In Deutschland werden diese noch nicht eingesetzt.

Smart Home

Auch das eigene Zuhause wird smart gemacht: für den Haushalt gibt es zum Beispiel Kühlschränke, die die Benutzer informieren, wenn Lebensmittel fehlen. Außerdem lassen sich Heizungen, die Beleuchtung und Rauchmelder über eine App steuern. Das Haus kann registrieren, wenn die Bewohner mehrere Tage nicht da sind und so automatisch zu bestimmten Zeiten die Rollläden herunterfahren und Lampen ein- oder ausschalten. Damit kann der Schutz gegen Einbrüche erhöht oder auch der eigene Energieverbrauch gemanagt werden.

Smarte Produktion

Die Industrie 4.0 erhält mit dem Internet der Dinge einen Aufschwung. Werkshallen können komplett vernetzt und die Fertigungsstraßen leichter gesteuert und überwacht werden. Maschinen wird ermöglicht, ihren Zustand mitzuteilen und so rechtzeitig über eine Wartung zu informieren. Ein weiterer Vorteil ist eine proaktive Qualitätssicherung. Mithilfe gesammelter Daten kann auf Qualitätsprobleme reagiert und Mängel bereits vor der Herstellung behoben werden. Menschen, Maschinen, Logistik und Produkte tauschen in Echtzeit Informationen untereinander aus, wodurch ein höheres Maß an Produktivität und Effizient erreicht wird.

Smarter Einzelhandel

Durch die Sammlung großer Datenmengen können das Kaufverhalten und die Bedürfnisse der Kunden abgeleitet werden. So lässt sich mit den Kunden viel gezielter agieren.  Die Daten aus dem Internet der Dinge erhöhen die Effizienz, indem beispielsweise Mitarbeiter punktgenau eingesetzt, Ware bei Bedarf automatisch nachbestellt oder personalisierte Kampagnen durchgeführt werden können.

E-Health

Das Internet der Dinge ermöglicht eine umfangreiche Überwachung für jeden. Vernetzte Herzschrittmacher können automatisch Ärzte und den Notdienst kontaktieren, Fitness-Tracker halten unseren Blutdruck, Schrittzahl oder Pulsfrequenz fest. Mithilfe von Sensoren können Ärzte zu jeder Zeit den Gesundheitszustand ihrer Patienten überprüfen.  Nanoroboter können im Körper Arterien reinigen und sogar Krebsgeschwüre aufspüren.

Vernetzung macht verletzlich

Doch das Internet der Dinge birgt auch Gefahren. So gibt es immer wieder Sicherheitslücken in der Konfiguration oder der Hardware. Damit können Daten ausspioniert oder auch unerwünschte Handlungen ausgeführt werden. Zum Beispiel können bei den beliebten Wearables Gesundheitsdaten und der aktuelle Standort der Nutzer ausgelesen werden, was nicht nur Einbrecher missbrauchen könnten. Bei den vernetzten Autos ist das Risiko besonders hoch: Hacker könnten die Bremse blockieren, Kontrolle über das Steuer erlangen oder sogar den Motor während der Fahrt ausschalten.  Auch nicht ungefährlich sind die intelligenten Herzschrittmacher. Dort könnten Funksignale abgefangen und ein elektrischer Schlag ausgelöst werden, der für den Benutzer lebensgefährlich ist.
Durch den Austausch großer Datenmengen ist es also nicht immer einfach den Überblick zu behalten, welche Daten im Internet landen, wer darauf Zugriff hat und was damit gemacht werden könnte.

Nach Angaben der internationalen Fernmeldeunion (ITU) werden bis zum Jahr 2020 bis zu 5 Milliarden Menschen vernetzt sein. Die Anzahl an Geräten und Systemen der neuen Technologien im Internet der Dinge wird auf rund 28 Milliarden ansteigen. Es steht trotzdem noch am Anfang der Entwicklung und muss stetig vorangetrieben werden. Dazu gehört eine Etablierung einheitlicher Standards, vor allem in puncto Sicherheit.
Die technologische Transformation beeinflusst zunehmend die Organisation und Zusammenarbeit von Unternehmen. Immer mehr Branchen entdecken die neuen Technologien für sich und nutzen das hohe Potenzial, um erfolgreiche Projekte umzusetzen. Es wird spannend, welche neuen Geschäftsideen, digitale Innovationen und Märkte uns in Zukunft erwarten.